Gehaltsangaben und Gehaltsprognosen

12.10.2020

Gehaltsangaben und Gehaltsprognosen in Stellenanzeigen.

Wird das der neue Standard und welche Vorteile bietet es?

Welche Punkte sind für Bewerber/innen wichtig, wenn sie sich auf Jobsuche begeben? Im Mittelpunkt steht dabei natürlich der Job an sich. Darüber hinaus spielen Standort, Arbeitgeber und Gehalt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Eine klassische Stellenanzeige enthält in der Regel aber nur drei der vier genannten Punkte. Eine Gehaltsangabe ist häufig nicht angegeben. Wieso? Und wird sich das demnächst ändern?


Gehaltsangaben in Stellenanzeigen

Bei der Wahl des zukünftigen Arbeitsplatzes sind viele Faktoren von Relevanz. Das Gehalt ist dabei für viele Personen auf Jobsuche ein wichtiges Argument, aufgrund dessen sich für oder gegen einen Job entschieden wird. Nach der StepStone-Studie „Arbeitgeberattraktivität“ aus dem Jahr 2020 ist das Gehalt sogar das wichtigste Kriterium bei der Jobwahl. Wieso also findet man zum Gehalt keine oder nur wenig präzise Informationen in den meisten Stellenanzeigen? Viele Unternehmen verzichten auf Gehaltsangaben in Stellenanzeigen, da sie sich einen gewissen Spielraum bei der Gehaltsverhandlung bewahren wollen. Die Festlegung auf ein Gehalt seitens des Arbeitgebers wird deshalb meist als nicht vorteilhaft empfunden. Wenn man jedoch die Meinung der Erwerbssuchenden dazu untersucht, fällt auf, dass sich viele, im Gegensatz dazu, einen transparenteren Umgang mit dem Thema Gehalt wünschen würden. Das zeigt auch eine Umfrage des Job-Portals adzuna aus dem Jahr 2018, welche 2019 veröffentlicht wurde. Die Frage, ob eine Stellenanzeige Informationen zur Vergütung enthalten sollte, bejahten 74% der 552 Befragten. Bei zwei Stellenanzeigen, die den gleichen Job beinhalteten und sich lediglich darin unterschieden, dass eine Stellenanzeige eine Gehaltsangabe enthielt und die andere nicht, gaben 60% der Befragten an, sie würden sich eher auf die Stelle mit Gehaltsangabe bewerben. Daran wird gut deutlich, dass eine Gehaltsangabe bzw. eine Gehaltsprognose bereits in der Stellenanzeige ein wirkungsvolles Instrument im Personalmarketing sein kann und damit außerdem Arbeitgebern einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Kampf um die besten Bewerber/innen verschaffen kann.

Die Vorteile von Gehaltsangaben in Stellenanzeigen für potenzielle Bewerber/innen

Gehaltsangaben bzw. Gehaltsprognosen bieten mehrere Vorteile für potenzielle Bewerber/innen. In der adzuna-Umfrage entschieden sich 44% der Befragten für eine Stellenanzeige mit Gehaltsangabe, da diese als Anhaltspunkt für die Gehaltsverhandlung genutzt werden kann. Aber auch andere Gründe wurden genannt. So gaben 34% der Befragten an, dass die damit verbundene Zeitersparnis durch eine Vorselektion im Vordergrund steht. Wenn die Erwerbssuchenden schnell und unkompliziert ein potenzielles Gehalt der beworbenen Stelle zuordnen können, kann dies dazu führen, dass Bewerber/innen Anzeigen ohne Gehaltsangaben gezielt aussortieren bzw. sich nach der Höhe der Gehaltsangabe richten und aufgrund dessen eine komfortable Vorauswahl treffen. Die Gehaltsangabe sorgt außerdem dafür, dass die asymmetrische Informationsverteilung zwischen potenziellen Bewerbern und Arbeitgebern bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen wird. Die Erwerbssuchenden sind durch die erhöhte Transparenz in der Lage, eine fundiertere Bewertung der Stelle vorzunehmen und können selbstbestimmter den Bewerbungsprozess absolvieren. Das die Höhe des Gehalts auch Aufschluss darüber geben kann, welche Bedeutung und welche Rolle innerhalb des Unternehmens mit der beworbenen Stelle einhergehen, lässt 22% der Befragten eine Stellenanzeige mit Gehaltsangabe präferieren. Die Umfrage stellt dar, dass die Vorteile einer Gehaltsangabe in Stellenanzeigen für Arbeitssuchende multikausal sind und auch deswegen die Attraktivität der Stellenanzeigen auf unterschiedliche Art erhöhen kann.

Gestaltung der Gehaltsangaben

Wenn Unternehmen sich dazu entschließen ihrer geschalteten Stellenanzeige eine Gehaltsangabe bzw. Gehaltsprognose hinzuzufügen, gibt es verschiedene Möglichkeiten dies umzusetzen. Zum einen kann eine ungefähre Spanne des potenziellen Gehalts angegeben werden - das würden 36% der Befragten favorisieren. Der Großteil, genauer 64% der Befragten, würden jedoch die Angabe eines Mindestgehalts präferieren. Es steht Arbeitgebern dabei frei, je nach ausgeschriebener Stelle, sich entweder für die Angabe einer Gehaltsspanne oder eines Mindestgehalts zu entscheiden. Des Weiteren sollte entschieden werden, ob eine eindeutige Gehaltsangabe oder lediglich eine Prognose gewählt wird. Letzteres lässt den Arbeitgebern mehr Spielraum und Flexibilität bei der Gehaltsgestaltung, aber bietet den Erwerbssuchenden weniger Sicherheit und könnte im Vergleich zu einer präziseren Angabe die Attraktivität der Stellenanzeige verringern.

StepStone testet Gehaltsprognosen in Stellenanzeigen

Wussten Sie, dass es in einigen Ländern, wie z. B. Frankreich und Großbritannien bereits üblich ist, Stellenanzeigen mit einer Gehaltsangabe zu versehen? Noch nicht? - dann geht es Ihnen wie jedem dritten Befragten der adzuna-Umfrage. Unser Partner-Portal StepStone verfolgt das Ziel, die Kandidaten mit allen bewerbungsrelevanten Informationen zu versorgen, um diesen die bestmögliche Grundlage für eine Bewerbung zu bieten. Dazu gehört laut StepStone auch eine Angabe bzw. eine Prognose über das zu erwartende Gehalt. Bevor Gehaltsprognosen vollumfänglich in Stellenanzeigen eingefügt werden, soll es diesbezüglich aber erst einen A/B-Test geben. Dieser startet am 19.10.2020 und dauert zwei Wochen. Der Test wird so konzipiert, dass 50% aller Nutzer/innen des Portals Stellenanzeigen wie gewohnt ohne Gehaltsprognose angezeigt bekommen. Die andere Hälfte wiederum kann die Stellenanzeigen mit eingefügter Gehaltsprognose aufrufen. Die Nutzer müssen dafür jedoch angemeldet sein, ansonsten ist diese Information lediglich ausgegraut. Gehaltsprognosen können dabei nur für Stellenanzeigen angegeben werden, wenn für diese auch Werte zum Gehalt vorliegen. StepStone verwendet zur Berechnung der Prognosen nutzergenerierte Gehaltsdaten von mehr als 600.000 Datensätzen über den StepStone Gehaltsplaner. Mit dem Test soll ermittelt werden, welchen Einfluss eine Gehaltsangabe in Stellenbeschreibungen auf die Kandidatenvermittlung (Candidate Delivery) hat.

Resümee: Auch wenn in Deutschland Gehaltsangaben bzw. Gehaltsprognosen noch nicht der Standard sind, wird dies in anderen Ländern bereits umgesetzt. Für Unternehmen bedeuten Angaben zum Gehalt, dass Flexibilität und Kontrolle zu einem gewissen Grad abgegeben werden, die zu besetzende Stelle dafür aber wahrscheinlich an Attraktivität gewinnt. Denn potenzielle Bewerber/innen erhalten dadurch ein höheres Maß an Sicherheit hinsichtlich ihrer finanziellen Erwartungen an die Stelle. Vielleicht werden Gehaltsangaben bei Stellenanzeigen auch in Deutschland zukünftig zum Standard.

Auch über schnelleStelle.de können Sie mit unserem Konfigurator Ihre Stellenanzeige bei StepStone schalten lassen. Wir beraten Sie gern.


Hinweis: Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen im Beitrag verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.

Quellen:
StepStone, „Arbeitgeberattraktivität“ StepStone Studie 2020 - URL: https://www.stepstone.de/e-recruiting/arbeitgeberattraktivitat/

Personal-Wissen.de, Gehaltshöhe in Stellenanzeigen: Bewerberwunsch und Arbeitgeberverhalten liegen auseinander - URL: https://www.personal-wissen.de/10249/gehaltshohe-in-stellenanzeigen-bewerberwunsch-und-arbeitgeberverhalten-liegen-auseinander/

adzuna, Umfrage zur Gehaltstransparenz unter Erwerbssuchenden (2018) - URL: https://www.adzuna.de/blog/2019/01/11/umfrage-gehaltstransparenz/

Derik Rohr

Abteilung Marketing

Telefon +49(0) 341-25 66 98 20
Fax +49(0) 341-25 66 98 30
E-Mail derik.rohr@schnellestelle.de

Neue Beiträge

Ausbildung 2021

  • Finden Sie Ihre neuen Azubis
  • 7 Veröffentlichungen Ihrer Anzeige
  • bis zu 365 Tage Laufzeit

Kontakt