Homeoffice

15.04.2019

Zuhause ist es doch am schönsten - Homeoffice für alle

Ein neues Gesetz zur Homeoffice-Regelung wird dieses Jahr eingeführt. Aber wie wirkt sich die Heimarbeit tatsächlich auf die Produktivität aus? Und was muss beachtet werden? Hier finden Sie die Antwort:


Wie seit Anfang des Jahres bekannt ist, plant das Bundesarbeitsministerium bald den Rechtsanspruch auf Homeoffice in Deutschland einzuführen. Lediglich Arbeitgeber, die belegen können, dass dies aus betrieblichen Gründen für ihre Mitarbeiter nicht möglich ist, werden von der Regelung ausgenommen. Somit könnten laut Staatssekretär Björn Böhning theoretisch immerhin 40% der Arbeitnehmer in Deutschland von Zuhause aus arbeiten. Praktisch tun dies bisher aber nur 12%. Schon früher forderten Gewerkschaften die Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben anzupassen, nun wird dieses Vorhaben wahrscheinlich Realität. Auch mehr als ein Drittel aller Deutschen befürwortet laut einer YouGov-Umfrage für das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) den gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice. Bei jungen Arbeitnehmern zwischen 18 und 24 Jahren fällt die Zustimmung sogar mit 71% am höchsten aus.

Effizienteres Arbeiten?

Viele Arbeitgeber sehen dem neuen Gesetz eher mit flauen Gefühl im Magen entgegen. Wird der Mitarbeiter von Zuhause aus wirklich so gut arbeiten wie er es auch im Büro täte? - Ja! sagt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Im Gegenteil sogar: Arbeitnehmer, die sich im Homeoffice befinden machen sogar häufiger Überstunden. Im Schnitt arbeiten Frauen zuhause eine Stunde mehr in der Woche als im Büro. Bei Männern sollen es sogar zwei bis vier Stunden, je nach Arbeitsmodell, sein. Die Produktivität dürfte mit der neuen Gesetzgebung also ansteigen! Die freie Zeiteinteilung nutzen die beiden Geschlechter folglich unterschiedlich - Arbeit vs. Familie. Während Mütter pro Woche durchschnittlich etwa 3 Stunden mehr in die Kinderbetreuung investieren, verändert sich die Familienzeit für Väter nicht.

Für jedermann?

Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass nicht Jeder die Arbeit von Zuhause aus bevorzugt. Viele Arbeitnehmer präferieren eine strikte Trennung von Arbeit und Beruf. Mobilarbeit und Homeoffice heben diese Grenzen jedoch auf. Hinzu kommt, dass viele Mitarbeiter auf den Austausch mit Kollegen und auf das Feedback durch Vorgesetzte bestehen.

Was muss beachtet werden?

Arbeitet ein Mitarbeiter regelmäßig von Zuhause, muss die Arbeitsstättenverordnung (kurz ArbStättV) beachtet werden. Damit soll sichergestellt werden, dass der heimische Arbeitsplatz denselben Standards entspricht wie der im Büro. Beispielsweise die Lichtverhältnisse müssen geklärt werden. Verstößt ein Arbeitgeber gegen diese Verordnung, handelt er ordnungswidrig. Aus diesem Grund muss er einmalig prüfen, dass seine Mitarbeiter am privaten Schreibtisch keinerlei gesundheitlicher Belastung ausgesetzt sind. Natürlich kann der Arbeitgeber aber nicht einfach in die private Wohnung seiner Angestellten eindringen - es gibt schließlich ein Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung. Darum müssen sich Chef und Mitarbeiter zur Besichtigung des privaten Arbeitsplatzes abstimmen. Unfälle während der Heimarbeit führen weiterhin häufig zu Streitigkeiten vor Gericht. Versichert sind die Arbeitnehmer zuhause während ihrer Arbeit auf jeden Fall, aber nur während ihrer typischen beruflichen Tätigkeiten. Zum Beispiel auf dem Weg zum Drucker oder zum Faxgerät. Nicht versichert sind allerdings der Gang zur Toilette oder das Kaffeekochen in der Küche. Im Zweifelsfall entscheidet eine Gerichtsverhandlung.

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Hinweis: Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen im Beitrag verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.

Quellen:
Peter Ilg, 2019. Anspruch auf Homeoffice: Schon längst ausgereizt? - URL: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Anspruch-auf-Homeoffice-Schon-laengst-ausgereizt-4321384.html

Tobias Peter, 2019. Homeoffice für alle? So klappt es mit dem Büro im eigenen Wohnzimmer - URL: http://www.lvz.de/Nachrichten/Politik/Homeoffice-fuer-alle-So-klappt-es-mit-der-im-eigenen-Wohnzimmer

ZDF, 2019. Arbeiten von zu Hause aus - Gesetz für Homeoffice soll kommen - URL: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/arbeiten-von-zu-hause-aus-gesetz-fuer-homeoffice-soll-kommen-100.html

Christian Ebner und Claus Haffert, 2019. Studie: Homeoffice bringt mehr Überstunden mit sich - URL: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Homeoffice-bringt-mehr-Ueberstunden-mit-sich-4326715.html

Dpa, 2019. Große Mehrheit für ein verbrieftes Recht auf Heimarbeit - URL: https://www.stimme.de/deutschland-welt/politik/dw/Grosse-Mehrheit-fuer-ein-verbrieftes-Recht-auf-Heimarbeit;art295,4159906

Manfred Götzke, 2019. Der Gang zum Klo ist nicht versichert - URL: https://www.deutschlandfunk.de/homeoffice-der-gang-zum-klo-ist-nicht-versichert.766.de.html?dram:article_id=442754

Steve Haak, 2019. Homeoffice führt bei Männern oft zu mehr Überstunden - URL: https://www.gruenderszene.de/karriere/homeoffice-fuehrt-bei-maennern-oft-zu-mehr-ueberstunden

Franziska Ladicke

Franziska Ladicke

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