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Mobile Recruiting

02.11.2020

Mobile Recruiting. Mit dem Smartphone neues Personal finden.

57 Millionen Menschen in Deutschland nutzen ein Smartphone - Tendenz steigend. Die Nutzergruppe ist dabei sehr vielfältig. Nutzer aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten verwenden ihr Smartphone für zahlreiche Tätigkeiten. Doch welche Bedeutung haben die mobilen Endgeräte dabei für das Recruiting? Und was genau ist Mobile Recruiting?


Mobile Endgeräte

Seit der Etablierung der ersten Smartphones im Jahr 2010 hat sich das kleine Universal-Gerät in Deutschland und weltweit bemerkenswert verbreitet. 2019 wurden 22,4 Millionen Smartphones in Deutschland verkauft. Im Vergleich zum Jahr 2010 ist das fast eine Verdopplung der Verkaufszahl. Moderne Smartphones bieten eine Vielzahl an Funktionen und Möglichkeiten. So wird auch die moderne Job-Suche, wie auch der gesamte Bewerbungsprozess, immer häufiger vom Handy aus erledigt. Dies zeigte auch eine Studie zum Thema Mobile Recruiting aus diesem Jahr. Für diese wurden unter anderem die Top-1000-Unternehmen Deutschlands sowie 3.500 Kandidaten (Personen mit Erfahrung im Bereich Stellensuche und Bewerbung) zum Thema Mobile Recruiting befragt. Die Studie stellte dar, dass der Desktop-PC dabei immer mehr von mobilen Endgeräten verdrängt wird.

Zu den mobilen Endgeräten zählen z. B. Smartphones, Tablets und Laptops. Diese Veränderung im Nutzungsverhalten der Menschen erkennt man daran, dass heutzutage jeder Kandidat im Durschnitt ein Smartphone, ein Tablet und einen Laptop zusätzlich zu dem herkömmlichen Desktop-PC privat und bei der Arbeit verwendet. Doch vor allem Endgeräte ohne Tastatur werden immer beliebter. Im Jahr 2018 nutzten 78,1% der befragten Kandidaten ein Endgerät mit Tastatur. Im Jahr 2019 sind es nur noch 58,3% der befragten Kandidaten. Es gibt demnach eine zunehmende Verlagerung auf mobile Endgeräte im Bereich Informationssuche und Bewerbung.

Stellensuche und Bewerbung mit mobilen Endgeräten

Auch die Unternehmen in Deutschland haben diese Veränderung im Nutzungsverhalten der Kandidaten erkannt. Jeweils über 90% der Top-1000-Unternehmen Deutschlands gaben an, dass die Suche nach Stellen, als auch das Bewerben auf Stellen über mobile Endgeräte von den Kandidaten gewollt wird. Die Werte werden in der untenstehenden Grafik dargestellt (siehe Grafik).

Einschätzung der befragten Unternehmen

Quelle: Abbildung in Anlehnung an Otto-Friedrich-Universität Bamberg et al., 2020, S. 4, Daten: Unternehmens-Studie und Kandidaten-Studie zu Mobile Recruiting von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg et al.

Auch wenn der Computer bzw. der Laptop immer noch das am meisten verwendete Gerät für die Stellensuche bzw. die Bewerbung ist, nimmt deren Nutzung für diese Tätigkeit ab. Befragte Kandidaten, die den Computer oder den Laptop für ihre Stellensuche und ihre Bewerbung nutzen, machen dies hauptsächlich von Zuhause aus. Auch Smartphone-Nutzer gehen dieser Tätigkeit Zuhause nach, aber machen dies auch, im Vergleich zu Computern/Laptop-Nutzer, deutlich häufiger unterwegs. Vor allem die Generationen Y (Jahrgänge 1980–1993) und Z (Jahrgänge 1994 – 2002) verwenden das Smartphone oft zur Job-Suche. Man erkennt an den Umfragewerten, dass der große Vorteil des Smartphones die komfortable, mobile Verwendung ist.

Bedeutung von Mobile Recruiting für Unternehmen

Aufgrund der zunehmenden Veränderung im Nutzungsverhalten der Kandidaten sollten sich Unternehmen auf den verstärkten Konsum ihrer Internetinhalte über mobile Endgeräte einstellen und diese dahingehend anpassen. Dazu gehört auch Mobile Recruiting, dies beschreibt die Umsetzung von Maßnahmen, die Kandidaten die Informationssuche zur Stelle und die entsprechende Bewerbung mittels mobiler Endgeräte ermöglichen. Wenn diese Infrastruktur seitens des Unternehmens nicht bereitgestellt wird, können für diese schlechtere Chancen im Wettbewerb um neue Mitarbeiter die Folge sein.

Der Anteil der Unternehmen, die Mobile Recruiting gegenüber aufgeschlossen sind, stieg in den letzten Jahren erkennbar an. Traf dies 2015 noch für 61,2% der Unternehmen zu, so gaben 2019 bereits 82,1% der befragten Unternehmen dies an. Dieser Umstand hat vermutlich damit zu tun, dass ebenfalls 85,7% der befragten Unternehmen das Fehlen eines Mobile-Recruiting-Angebots als Risiko sehen, da sie dadurch Kandidaten verlieren könnten. Unternehmen, die Mobile Recruiting vernachlässigen, können Kandidaten, insbesondere jüngere Kandidaten, weniger effektiv erreichen als Unternehmen, die zielgerichtet Maßnahmen für ein komfortables Mobile Recruiting anbieten.

Die Umsetzung von Mobile Recruiting

Das Mobile Recruiting doch noch ein relativ neues Thema ist, zeigt sich auch anhand der Umfrage. Nur 36,8% der befragten Unternehmen gaben an, dass Mobile Recruiting bereits in ihrem Tagesgeschäft angekommen sei. Mobile Recruiting wurde demnach bei vielen Unternehmen noch nicht vollumfänglich umgesetzt. Ein Wettbewerbsvorteil kann durch die Etablierung von Mobile Recruiting also relativ schnell erreicht werden. Doch wie kann Mobile Recruiting im Detail umgesetzt werden?

Ein möglicher Ansatzpunkt ist der Bewerbungsprozess. Dieser sollte für mobile Endgeräte optimiert werden. Dazu zählt das Anbieten von digitalen Bewerbungsmöglichkeiten. Nicht elektronische Bewerbungsarten, wie z. B, die papierbasierte Bewerbung via Post sind dafür nicht geeignet. Stattdessen sollte man auf elektronische Bewerbungsarten setzen. Dazu zählen unter anderem die Bewerbung per E-Mail, Bewerbungsformular, über die App einer Internet-Stellenbörse und über eine eigene Unternehmens-App. Die Werte zu den zugelassenen Bewerbungsarten der befragten Unternehmen sind in der untenstehenden Grafik dargestellt.

Bewerbungsarten

Quelle: Abbildung in Anlehnung an Weitzel et al., 2019, S. 10, Daten: Studie “Mobile Recruiting” von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die in Deutschland am häufigsten verwendete Bewerbungsart ist die Bewerbung per Bewerbungsformular (51%), gefolgt von der E-Mail (32,5%) und der papierbasierten Bewerbung via Post (9,7%). Circa 3 von 4 der befragten Unternehmen entschieden sich für das Bewerbungsformular als präferierte Bewerbungsart. Bei den befragten Kandidaten hingegen wurde die E-Mail mit 48,9% als Bewerbungsart favorisiert. Bei der Wahl der beliebtesten Bewerbungsarten gibt es demnach Unterschiede zwischen Unternehmen und Kandidaten. Wenn Unternehmen Mobile Recruiting anbieten, sollten sie auch elektronische Bewerbungsarten zulassen und dies den Kandidaten auch kommunizieren. Des Weiteren ist es wichtig, dass die gewählten Bewerbungsarten für die Kandidaten übersichtlich angeboten werden und komfortabel gestaltet sind. Auch sollten Unternehmen ihr Mobile Recrutiting-Angebot kontinuierlich weiterentwickeln und sich stets über neue Möglichkeiten der digitalen Bewerbung informieren.

Die Kandidaten

Für die Kandidaten kann Mobile Recruiting eine wichtige Erweiterung des Bewerbungsprozesses sein. Die Kandidaten können flexibler Stellen suchen und sich auf Stellen bewerben. Dafür können sie das Smartphone oder andere mobile Endgeräte nutzen. Auch unterwegs ist es damit einfacher Informationen zu Stellen einzuholen oder Bewerbungen zu versenden. Ging dies früher nur von Zuhause aus, können Kandidaten heutzutage z. B. auf dem Weg zur und von der Arbeit komfortabel nach potenziellen Stellen suchen und sich auf diese bewerben. Die Bewerbung “on the go” schätzen 52,9% der befragten Kandidaten als Vorteil ein. Außerdem gaben 51,7% der befragten Kandidaten an, dass sie durch mobile Bewerbungen viel Zeit sparen und sich effizienter bewerben können. Kandidaten, die viel Zeit mit ihrem Smartphone oder Tablet verbringen, können sich dementsprechend besser bei einem Unternehmen bewerben. Somit ist es möglich seinen Kandidatenkreis für eine zu besetzende Stelle zu erweitern und damit schneller einen geeigneten Kandidaten für diese zu finden.

Auch das Grundverständnis darüber, wie eine mobile Bewerbung funktioniert, haben fast 3 von 4 der befragten Kandidaten. Fast der Hälfte aller befragten Kandidaten standen zudem alle benötigten Daten (z. B. Lebenslauf oder Zeugnisse) auf ihren mobilen Endgeräten für eine mobile Bewerbung zur Verfügung. Viele Kandidaten sind demnach in der Lage Mobile Recruiting zu nutzen und somit auch anzunehmen, falls Unternehmen dies anbieten. Der Anteil der befragten Kandidaten, die sich mit mobilen Endgeräten häufiger bei Unternehmen bewerben als früher, lag bei 39,1%. Dazu kommt, dass ca. ein Drittel der befragten Kandidaten angab, dass sie die mobile Bewerbung gegenüber der traditionellen Bewerbungen präferieren. Steht keine mobile Bewerbungsoption zur Verfügung, ist dies für jeden siebten Befragten ein Grund sich nicht zu bewerben.

Die Herausforderungen

Doch auch Probleme werden mit mobilen Bewerbungen in Verbindung gebracht. Ein wenig mehr als die Hälfte (53,5%) der befragten Kandidaten gaben Bedenken an, dass mobile Bewerbungen Datensicherheitsprobleme mit sich bringen. Außerdem waren 55,8% der befragten Kandidaten der Meinung, dass die mobile Bewerbung zu wenig umfangreich ist und sie sich deshalb mit ihrer Bewerbung nur schwer von anderen Bewerbern abgrenzen können. Es ist demnach wichtig, dass Unternehmen ihr Mobile-Recruiting-Angebot umfangreich, seriös und vor allem glaubwürdig präsentieren und datenschutzrechtliche Verpflichtungen einhalten. Außerdem sollten Darstellungsprobleme bei digitalen Inhalten auf mobilen Endgeräten vermieden werden, damit Kandidaten die Jobsuche nicht dauerhaft abbrechen.

Ein Ausblick

Viele Prozesse unterschiedlicher Art werden digitalisiert und für mobile Endgeräte optimiert. Auch der Recruiting-Prozess ist davon betroffen. Als Unternehmen ist es demzufolge von großer Bedeutung sich auf diese Entwicklung vorzubereiten und Maßnahmen für Mobile Recruiting umzusetzen. Mit effektiven und gut umgesetzten Maßnahmen können Unternehmen ihre Employer Brand (Arbeitgeberattraktivität) stärken sowie ihre mobile Präsenz professionalisieren und ausbauen. 7 von 10 befragten Kandidaten erwarten dies von Unternehmen. Eine Prognose für das Jahr 2030 zeigt, dass der Großteil der befragten Unternehmen davon ausgeht, dass die Bedeutung von Mobile Recruiting für Unternehmen und Kandidaten weiter steigen wird.

Resümee: Mobile Recruiting ist im Bereich Human Resources bereits derzeit ein wichtiges Instrument, um neues Personal zu finden. Da Bewerbungen über mobile Endgeräte in Zukunft wahrscheinlich noch gefragter werden, lohnt es sich diesen Recruiting-Aspekt als Unternehmen verstärkt in den Fokus zu nehmen. Auch wir von schnelleStelle.de bleiben beim Thema Recruiting fokussiert. Ihre geschalteten Anzeigen sind selbstverständlich von uns für die Darstellung auf Smartphones optimiert. Mit dem Leistungspaket Social Recruiting bieten wir Ihnen außerdem die attraktive Möglichkeit vor allem Smartphone-Nutzer gezielt über die sozialen Medien (z.B. Facebook) zu erreichen.


Hinweis: Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen im Beitrag verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.

Quellen:
Bitkom, EITO 2019 - URL: https://www.bitkom-research.de/de/market_report/ICT-Market-Report-2019-20-Germany

Otto-Friedrich-Universität Bamberg et al., Unternehmens-Studie und Kandidaten-Studie zu Mobile Recruiting - URL: https://www.monster.de/mitarbeiter-finden/losungen/studien/

Franziska Ladicke

Franziska Ladicke

Personalmarketing & Recruiting

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