Remote Recruiting

31.03.2020

Remote Recruiting: Digitale Möglichkeiten im Recruiting-Prozess

Außergewöhnliche Situationen erfordern auch außergewöhnliche Maßnahmen. Nun ist die Tatsache im Home Office zu arbeiten nicht für jeden völliges Neuland, doch einige Arbeitnehmer müssen sich nun erst einmal zurechtfinden. Darunter zählen natürlich auch Recruiter. Natürlich kennen sich viele Personalverantwortliche bereits bestens aus in der digitalen Landschaft, vor allem wenn es darum geht neue Kandidaten anzusprechen und Stellenanzeigen zu veröffentlichen. Job-Portale (StepStone, Monster & Co.), Social Media- (Facebook, Instagram, Snapchat) und Business-Netzwerke (Xing, LinkedIn) sind bekannte, reichweitenstarke Kanäle um potentielle Bewerber zu erreichen, unabhängig von Home Office und Krisenzeiten. Die zentrale Frage lautet: Was tun, wenn man weiterhin Positionen besetzen möchte und keinen persönlichen Austausch mit den Kandidaten haben kann?


Beleuchten wir hier einmal sämtliche Phasen im Recruiting-Prozess.

Punkt 1: Ausschreibung

Wie bereits erwähnt, verändert sich in diesem Punkt nicht viel für die Arbeit von Personalverantwortlichen. Weiterhin müssen die Anforderungen an die ausgeschriebene Stelle erfasst und formuliert werden. Die Gestaltung und Verbreitung kann und sollte selbstverständlich ausgelagert werden, denn dieser Schritt spart wertvolle Zeit und Gelder. Zeit, die Sie für wesentliche Kernprozesse investieren können und Gelder, die Sie weitaus sinnvoller einsetzen können, als jedes Job-Portal und/oder Business-Netzwerk einzeln anzufragen und zu bespielen. Wir als Agentur stehen Ihnen natürlich auch in der aktuellen Lage jederzeit beratend zur Verfügung und unterstützen Sie im Job-Advertising oder bei der direkten Kandidatenansprache.

Punkt 2: Bewerberauswahl und Interviews

Nach der Veröffentlichung beginnt die wesentliche Arbeit im Recruiting-Prozess: die Auswahl der richtigen Bewerber. Doch wie kann diese rein digital erfolgen und wie gibt man entsprechende Einblicke ins Unternehmen? Ein digitaler und automatisierter Eingang der Bewerbungen in ein zentralisiertes Bewerber-Management-System ist natürlich ein technisch guter Weg, um eine erste Vorauswahl der Bewerber intern zu ermöglichen. Tipp: Auch der Ausschreibungsprozess lässt sich problemlos in bestehende BMS-Systeme integrieren. Wie? Sprechen Sie uns einfach an.

Interviews mit vielversprechenden Kandidaten können sehr gut remote durchgeführt werden. Zur Durchführung gibt es eine Vielzahl an Tools, um in Echtzeit mit den Kandidaten in Verbindung zu treten: Skype, Facetime, Microsoft Teams, Slack, Zoom, Google Hangout uvm. Trotz der großen Auswahl ist natürlich darauf zu achten, dass das technische Setup (Netzwerk & Hardware) eine wesentliche Rolle spielt. Bei einer schlechten Internetverbindung oder einem veralteten Betriebssystem wird der Kontakt mit den angenehmsten Gesprächspartnern schnell zum Krampf! Aber natürlich sind auch Vorteile für ein remote-durchgeführtes Interview schnell gefunden: bessere und zeitlich flexiblere Erreichbarkeit der Kandidaten, gewohntes Umfeld und dadurch erwartungsgemäß geringere Nervosität.

Wenn Sie mehrere Systeme parallel nutzen, können Sie den Bewerbern die Auswahl lassen, welches System sie nutzen möchten und können. Nutzen die Bewerber entsprechende Lösungen bereits? Sind sie bereit, eine App zu installieren oder kann auch einfach auf einen Laptop, ein Tablet oder sogar nur das Mobiltelefon zurückgegriffen werden.

Ähnliches gilt für Auswahl-Tests und Assessment Center in der Kandidatenauswahl. Ein physisches Zusammenfinden von Kandidaten ist durch die Verfügbarkeit verschiedenster Tools nicht zwingend notwendig. Dennoch ist hier einiges an Vorbereitung und Planung notwendig. In der Umsetzung ist auch hier zu beachten, dass man trotz der Testumgebung ein möglichst angenehmes Umfeld schafft, um eine bestmögliche Candidate Experience zu ermöglichen.

Tipp: Geben Sie dem zukünftigen Kollegen wenn möglich einen kleinen Einblick in seine neue Arbeitsumgebung. Hier gibt es verschiedene kreative Ansätze: virtueller Bürorundgang, Teamfotos, Fotos von zukünfitgen Arbeitsplatz oder sogar ein virtuelles Meeting mit den neuen Kollegen.

Punkt 3: Onboarding

Hier wird es jetzt besonders spannend. Hat man die bestmöglichen Kandidaten ausgewählt, müssen diese natürlich einen Einarbeitungsprozess durchlaufen. Diesen zu digitalisieren ist für viele Unternehmen ein wesentliches Problem. Hier bedarf es der Definition und Digitalisierung eines Prozessbildes, welches die Hauptaufgaben möglichst genau erfasst, aber dennoch einfach “konsumierbar” ist. Außerdem müssen fehlende Eindrücke vor Ort, vom Arbeitsplatz, den Büro-Gegebenheiten und dem neuen Umfeld, im Gespräch (natürlich via Videocall) von Recruitern kompensiert werden. Nicht jedes Unternehmen hat ein 360-Grad-Video ihrer Büroräume zur Verfügung oder kann mit einer Bilder-Slide-Show Eindruck schinden. Personalverantwortliche sind hier gefragt, einen möglichst authentischen, offenen und ehrlichen Einblick in den Alltag und das Arbeitsumfeld zu geben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, Remote Recruiting kann keineswegs den persönlichen Kontakt langfristig ersetzen oder ablösen. Aber: Temporär in diesen Zeiten, ist dieser Weg eindeutig eine tolle Möglichkeit trotz Ausgangssperren den wirtschaftlichen Betrieb durch Personalgewinnung aufrecht zu erhalten. Der physische Kontakt und das Kennenlernen der Kollegen kann ja auch etwas sein, auf das man sich dann später freuen kann :)

Seien Sie mutig in der schwierigen Zeit, denken Sie vorausschauend und strategisch. Gerade jetzt haben viele potentielle Kandidaten Zeit, sich auf allen digitalen Kanälen zu bewegen. Damit haben auch Stellenausschreibungen die Chance auf eine erhöhte Sichtbarkeit, sowohl auf klassischen Job-Portalen, aber auch in sozialen und Business-Netzwerken. Also ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt für eine ansprechende und gut durchdachte Recruiting-Kampagne.


Hinweis: Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen im Beitrag verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.

Quelle:
Remote Recruiting: Wie man erfolgreich aus dem Homeoffice rekrutiert - URL: https://www.xing.com/news/insiders/articles/remote-recruiting-wie-man-erfolgreich-aus-dem-homeoffice-rekrutiert-3053434?xing_share=news

Remote Recruiting – es klappt auch digital - URL: https://www.humanresourcesmanager.de/news/remote-recruiting-es-klappt-auch-digital.html

Franziska Ladicke

Franziska Ladicke

Personalmarketing & Recruiting

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